Küche einrichten
Koch-Salon an der Außenalster
Satiniertes Glas, graues Rauleder, Bronze und Eichenholz machen diese Küche in Hamburg zum exquisiten Schmuckstück
Nach dem Umzug von Eppendorf an die Außenalster hatte ein Ehepaar einen 56 Quadratmeter großen Wohn-Koch-Essbereich zur Verfügung. Da beide gerne kochen, sollte die Küche bestens ausgestattet sein, ohne aber den Raum zu dominieren. Die Experten von UK4 Urban Kitchen konzipierten daher ein raffiniertes Wohnmöbel, das nicht nur durch seine ungewöhnliche Materialwahl überzeugt.
Die Fronten des Küchenschranks sind mit satiniertem, von hinten lackiertem Glas verkleidet. „Glas hat mehr Tiefe. Zudem ist es praktisch, da es sich mit einem einfachen Glasreiniger säubern lässt“, erklärt Kratzin. Das Ästhetische und das Praktische gehören für ihn zusammen.
In der Küchenzeile, die bis unter die Decke reicht, sind zwei Kühlschränke untergebracht, einer davon mit Kühl-Gefrierkombination, außerdem der Backofen, ein Dampfgarer sowie Platz für Küchenutensilien. Der Herd befindet sich in einer mit Eichenholz verkleideten Nische.
In der Küchenzeile, die bis unter die Decke reicht, sind zwei Kühlschränke untergebracht, einer davon mit Kühl-Gefrierkombination, außerdem der Backofen, ein Dampfgarer sowie Platz für Küchenutensilien. Der Herd befindet sich in einer mit Eichenholz verkleideten Nische.
„Der Kochbereich sollte wie ein Schmuckkästchen aussehen. Daher haben wir uns hier für Eichenholz entschieden“, sagt Kratzin. Auch Esstisch und Fußboden sind aus Eiche. Die Kunden waren zunächst skeptisch, da sich Holz nicht so leicht wie Glas säubern lässt und gerade als Spritzschutz problematisch sein könnte. Doch der Experte räumte die Bedenken aus: Das Holz wurde farblos matt versiegelt. Oben in der Nische ist eine Umluftanlage eingebaut. „Es gibt im Haus eine Lüftungsanlage für die kontrollierte Be- und Entlüftung. Ein Abzug wäre damit technisch nicht vereinbar“, erläutert der Experte.
Neben dem Induktionsfeld gibt es einen Teppan. Bei dem aus der japanischen Küche stammenden System handelt es sich um eine in die Arbeitsfläche eingelassene Stahlplatte zum Anbraten der Speisen.
Neben dem Induktionsfeld gibt es einen Teppan. Bei dem aus der japanischen Küche stammenden System handelt es sich um eine in die Arbeitsfläche eingelassene Stahlplatte zum Anbraten der Speisen.
Die brünierten Bronzegriffe der Schränke und Schubfächer hat eine italienische Manufaktur gefertigt. Sie werden in einem Sandbett gegossen. „Jeder Griff ist ein Einzelstück und sieht ein wenig anders aus als die anderen. Die brünierte Bronze hat eine tolle Haptik. Mit der Zeit wird sie durch die Benutzung goldener werden“, erzählt der Experte.
Die dem Essbereich zugewandten Fronten der Kücheninsel sind nicht aus Glas, sondern mit einem speziell gegerbten Antikleder verkleidet, eingefasst in dunkel gebeizte Eichenholzleisten. „Die Kundin hat einen sehr geradlinigen, klassisch-eleganten Modestil. Bei unseren Besprechungen hatte sie immer wieder Taschen und Accessoires in schlammfarbenem Leder dabei. Dieses Thema habe ich bei der Materialwahl aufgegriffen – und es ist sehr gut angekommen“, freut sich Kratzin. „Es kommt immer darauf an, die Kunden richtig einzuschätzen. Womit sind sie vertraut? Sind sie experimentierfreudig oder nicht.” So ist denn auch die Innenausstattung der Auszüge individuell auf die Kundenanforderungen abgestimmt.
Die Qualität garantiert die eigene Manufaktur. Die Auszüge sind allesamt gezinkt gefertigt, die Seiten und die sichtbaren Teile der Korpusse und Fächer bestehen aus Massivholz. Lediglich die Rückwand ist aus konstruktiven Gründen aus MDF.
Die Qualität garantiert die eigene Manufaktur. Die Auszüge sind allesamt gezinkt gefertigt, die Seiten und die sichtbaren Teile der Korpusse und Fächer bestehen aus Massivholz. Lediglich die Rückwand ist aus konstruktiven Gründen aus MDF.
Geschirrspüler und Mülleimer verstecken sich auf der Rückseite der Kücheninsel. Sie sind nicht mit Griffen versehen, sondern lassen sich mithilfe einer unter der Arbeitsplatte zurückspringenden Griffleiste öffnen. Die Fuge läuft um die gesamte Kücheninsel und ist grau lackiert wie der Sockel. Darauf liegt die Arbeitsplatte aus gebürstetem Kashmir White, einem indischen Granitstein. „Granit ist ein unempfindlicher Stein und daher als Küchenarbeitsplatte unproblematisch. Allerdings muss die kristalline Struktur in das Konzept passen“, so der Experte. Aufgrund der Länge der Kücheninsel musste die Arbeitsplatte in zwei Teilen gefertigt werden. Die Fuge dazwischen akzentuierte Kratzin mit einer brünierten Bronzeleiste.
Ein Versorgungsschacht zwischen Küchen- und Wohnbereich begrenzt die Länge der Kücheninsel und trennt beide Funktionsbereiche optisch. Der Granit ist ein verbindendes Element. Seine zurückhaltende Farbigkeit findet sich sowohl in der Innenausstattung der Auszüge wieder als auch in Akzenten im übrigen Wohnraum. „Den leicht burgundvioletten Farbton im Stein haben wir aufgegriffen und einige Schubladen mit Filz in diesem Farbton ausgekleidet. Auch in der Wohnraumgestaltung hat der Burgunderton später eine Rolle gespielt“, erzählt Kratzin.













Hier kocht: ein Ehepaar
Auf: rund 28 Quadratmetern
In: Hamburg an der Außenalster
Materialien: satiniertes, lackiertes Glas, Leder, Granit, Bronze und Holz
Experten: UK4 Urban Kitchen
Fotos: Nicolai Stephan
„Wir spielen in dieser Küche mit Sehgewohnheiten. Die Menschen sind darauf getrimmt, weiße Fronten direkt mit Küche zu assoziieren. Also haben wir statt weißer Fronten und einer dunkel abgesetzten Arbeitsfläche die Farbwahl umgekehrt“, erläutert Jan Kratzin, geschäftsführender Gesellschafter von UK4 Urban Kitchen. Graue Küchenfronten setzt er in Kontrast zu hellem Granit.
An der Stirnseite der wandseitigen Küchenzeile ist ein Bücherregal untergebracht. In den unteren Fächern wurde eine kleine Bar eingerichtet. In Kombination mit der Regalleiter entsteht der Eindruck einer Bibliothek. Die Leiter dient auch dazu, die obersten Fächer des Küchenschranks zu erreichen.